Hintergrund

Die rechtliche Grundlage von Eltern- und Familienbildung im Allgemeinen bildet das SGB VIII, das in § 16 Familienbildung als eines der Familien unterstützenden Angebote nennt, auf die Eltern einen rechtlichen Anspruch haben. Die medienpädagogische Arbeit mit Eltern lässt sich fraglos diesem Arbeitsfeld zuordnen. Im Hinblick auf die medienpädagogische Arbeit mit Eltern ist jedoch auch § 14 des SGB VIII von großer Bedeutung. Er regelt den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz und sichert u.a. Erziehungsberechtigten einen Anspruch auf Angebote zu, die sie dazu befähigen, Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Einflüssen zu schützen.

 

Symbolfotos Kinder am PC Handy Spielekonsole Computerspiele Playstation Wii Fernsehen Ferseher *** Local Caption *** urheberrechtlich geschützt / honorarplichtig Thomas Spikermann Tuchmacherstraße 1 14482 Potsdam Postgiroamt Berlin BLZ 10010010 Konto: 549738109Das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg hat bereits in einer Analyse des Jugendschutzsystems 2007 festgestellt, dass der Jugendmedienschutz in der Gesellschaft zwar akzeptiert wird, im Alltag aber an Grenzen stößt. Die gleichzeitig erstellte Akzeptanzstudie des „JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis“ in München folgert zur Rolle der Eltern, dass Minderjährige Medien zunehmend zeitlich und räumlich autonom nutzen, so dass ihre Mediennutzung aus dem Blick der Eltern gerät. Wo sich die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen von der der Erwachsenen entfernt, sind Eltern in der Medienerziehung dringend auf Unterstützung angewiesen, so das Fazit der Studie. Maßnahmen zur Unterstützung der elterlichen Medienerziehung, um kompetentes Handeln der Eltern zu ermöglichen, nehmen daher an Bedeutung weiter zu.

Das Projekt Eltern-Medien-Beratung der Aktion Kinder- und Jugendschutz (AKJS) Brandenburg startete im Schuljahr 2009/10 mit 40 Elternabenden je Schuljahr, im folgenden Schuljahr wurde die Förderung auf 60 Elternabende erhöht. Mittlerweile finden jährlich 80 Elternabende pro Jahr statt. Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBS) des Landes Brandenburg und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.

Jährlich nehmen über 1300 Eltern an Veranstaltungen zur Medienerziehung teil. Insgesamt haben in fünf  Projektjahren rund  6500 Eltern an Veranstaltungen teilgenommen.  Auf der Hitliste der Themen führen Internet und Smartphones, sowie Privatsphäre und Soziale Netzwerke vor Computerspielen und Fernsehen. Großes Thema sind die Regeln der Mediennutzung in der Familie. Die Resonanz war überwiegend positiv. Über 95% der Eltern würden die Veranstaltungen weiterempfehlen und würden zu ähnlichen Veranstaltungen wiederkommen.

Nach Jahren intensiver Arbeit mit Eltern stellen wir fest:

  • Nach wie vor besteht großer Bedarf an fachlich versierter Information und Beratung für den Umgang mit Medien in der Familie, auch wenn die Medienkompetenz der Eltern zunimmt.
  • Die rasante technische Entwicklung, die Vermarktung immer neuer Gerätetypen und Anwendungen, die von Kindern und Jugendlichen sehr schnell aufgenommen werden, stellt die Eltern vor große Herausforderungen.
  • Insgesamt ist eine Verfrühungstendenz in der Mediennutzung zu erkennen. Kinder kommen schon in sehr jungem Alter mit digitalen Medien in Berührung. Die Verbreitung von Tablets begünstigt diese Entwicklung.
  • Die zunehmende individuelle Nutzung auf mobilen Endgeräten lässt die Einflussmöglichkeiten der Eltern schwinden, Eltern suchen gezielt Informationen über und  wünschen sich bessere (technische) Schutzmöglichkeiten für ihre Kinder.
  • Die Zusammenarbeit von Schulen und Kindertagesstätten sowie Einrichtungen der Familienbildung hat sich bewährt und stellt im Sinne einer Erziehungspartnerschaft einen wichtigen Baustein in der Entwicklung von Medienkompetenz für Eltern, Kinder und pädagogische Fachkräfte dar.

Unser Projekt umfasst folgende Arbeitsschwerpunkte:

  • kontinuierliche medienpädagogische Elternarbeit durch die Koordination und Förderung von Veranstaltungen vor Ort
  • Entwicklung einer innovativen Konzeption der Eltern- und Familienbildung mit dem Ziel, die Elternmedienkompetenz zu stärken, gewährleistet durch regelmäßige Weiterbildungsveranstaltungen und Fachtage
  • die Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften zu Eltern-Medien-Berater/ innen.
  • die Herstellung und Verteilung von aktuellen Materialien zur Elternbildung,
  • die Vernetzung des Angebots medienpädagogischer Elternbildung mit den Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe, der Schulen und der Familienbildung

Wir wollen

  • Referenten an Schulen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Familienbildung vermitteln, so dass möglichst viele Veranstaltungen in Brandenburg stattfinden können,
  • die bereits geschulten Eltern-Medien-Berater/-innen kontinuierlich weiterbilden, damit sie dem ständigen Wandel der Medienwelt gerecht werden können,
  • die entsprechenden Materialien entwickeln und ständig aktualisieren, so dass eine kompetente Information der Eltern gewährleistet wird.

Die Information als pdf zum Download