MoFam: Studie ” Medienerziehung im mobilen Zeitalter” erschienen

Studie zu Haltungen, Sorgen und Unterstützungsbedarfen von Eltern und Fachkräften

Mit dem Einzug von mobilen Medien wie Smartphone, Tablet & Co. in Familien sehen sich Eltern mit neuen Herausforderungen in der Medienerziehung konfrontiert. Insbesondere der Zugang zum Internet, der damit jederzeit und von jedem Ort aus möglich ist, aber auch der scheinbar einfache Umgang, der auch schon den Jüngsten eine Nutzung möglich macht, bringen zahlreiche Fragen und Unsicherheiten auf Seiten der Eltern mit sich.

Stark zusammengefasst nehmen Eltern auf Grundlage ihrer  persönlichen Erfahrungen Handlungsbedarf wahr in Bezug auf:

  • Umfang und Intensität der Nutzung mobiler Medien durch ihre Kinder,
  • den sozialen Druck zur Nutzung von Smartphone und/oder bestimmter Apps beim Übergang in die weiterführende Schule,
  • Konflikte und Mobbing in sozialen Netzwerken,
  • Daten- und Persönlichkeitsschutz.

Um den Medienumgang ihrer Kinder begleiten und steuern zu können, ist es den Eltern wichtig zu wissen, wann ihre Kinder die Medien nutzen und auf welche Inhalte und Funktionen sie zugreifen. In der Tatsache, dass die Kontrolle der Nutzung und des Umgangs mit mobilen Medien nicht durchgängig möglich ist, sehen die Eltern eine erste große Schwierigkeit.

Erstmals wurden auch Fachkräfte in der Erziehungs- und Familienberatung zu Ihrer Haltung zur Medienerziehung und zu deren Bedeutung für die Arbeitsfelder befragt. Unter andere, erlebenFachkräfte, dass

  • spätestens bei Kindern ab zehn Jahren, mit dem Übergang zur weiterführenden Schule, die mobile Mediennutzung zunehmend bedeutungsvoller wird . Fragen zur Anschaffung eines Smartphones, aber insbesondere zu den Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, beschäftigen Eltern dann häufig. Während bei jüngeren Kindern die Eltern noch Bedenken hinsichtlich der Social Media-Nutzung äußern, z. B. Kontakt mit jugendgefährdenden Inhalten oder Risiko von Cybermobbing, steht im Allgemeinen hauptsächlich die Menge bzw. die Nutzungszeit im Vordergrund. Gleichzeitig wird deutlich, dass Eltern nur vereinzelt Wissen über technische Sicherheitsvorkehrungen an mobilen Geräten haben und Einstellungen vornehmen,
  • es für viele Eltern alltäglich ist, ihrem kleinen Kind ein Smartphone oder Tablet zum Spielen zu geben – in der Funktion eines Babysitters oder als Beruhigungsmittel. Sie sehen die Gefahr, dass Eltern dabei die Feinfühligkeit für die Wahrnehmung der Bedürfnisse ihres Kindes verloren geht.

Daraus wurden Anforderungen an die Praxis zur Weiterbildung und zur Information von Fachkräften und Eltern entwiclkelt. Die Studie wurde vom  JFF – Institut für Medienpädagogik durchgeführt undvom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert wurde.  Die Ergebnisse der Expertise wurden unter dem Titel „Grundlagen zur Medienerziehung in der Familien veröffentlicht“.

Quelle: Wagner, Ulrike; Eggert, Susanne; Schubert, Gisela (2016). MoFam – Mobile Medien in der Familie. Langfassung der Studie. Online verfügbar unter: www.jff.de/studie_mofam

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